Unser Programm für Januar 2026

Liebe Kinofreundinnen, liebe Kinofreunde,

für das neue Jahr wünschen wir euch alles Gute, vor allem auch in cineastischer Hinsicht. Wir werden versuchen, unseren Teil dazu beizutragen und haben mit diesem Programm, das doch reichlich sehenswerte Filme bereithält, einen Anfang gemacht. Wir starten mit drei neuen Filmen von großen Regisseuren des Weltkinos. Von François Ozon zeigen wir DER FREMDE; die Verfilmung des gleichnamigen, großen Romans von Albert Camus. Inspiriert von Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ ist der neue Film von Regisseurin Lucile Hadžihalilović HERZ AUS EIS mit August Diehl, Marion Cotillard und Gaspar Noé. Vom italienischen Meisterregisseur Umberto Pasolini zeigen wir RÜCKKEHR NACH ITHAKA, in der er mit großartigen Schauspielern wie Ralph Fiennes, Juliette Binoche und Angela Molina, den letzten Teil der Odyssee, die Rückkehr eben, sehr unterhaltsam neu inszeniert.
Mit seinem neuen Film EIN EINFACHER UNFALL hat der iranische Regisseur Jafar Panahi im vergangenen Jahr die Goldene Palme in Cannes gewonnen, was ihn in seinem Heimatland nicht vor Verfolgung schützt.
Eine ganz besondere Empfehlung ist uns der neue Film SILENT FRIEND der ungarischen Regisseurin Ildikó Enyedi wert. Der Film ist die gelungene Umsetzung einer Jahrzehnte alten Idee und diverser Drehbuchentwürfe, woraus schließlich der großartige SILENT FRIEND entstanden ist. Es werden drei in unterschiedlichen Zeiten angesiedelte Geschichten erzählt, die alle im botanischen Garten in Marburg mit seinen schönen Bäumen, und vor allem dem gigantischen Ginkgobaum, angesiedelt sind. Zum großartig aufspielenden Ensemble, allen voran Luna Wedler, gehört erstmalig wohl der erwähnte Ginkgo, der im Cast nicht unerwähnt bleiben kann – sehr zu empfehlen, ebenso wie ein Besuch des botanischen Gartens in Marburg.
In der Reihe mit Filmen von Wim Wenders ist dessen früher Dokumentarfilm TOKYO-GA vorgesehen. Ein sehr besonderer Film über Tokio und den großen japanischen Regisseur Yasujiro Ozu.
Sehr ausgewöhnlich; sehr besonders und überaus empfehlenswert sind auch MEMORY HOTEL von Heinrich Sabl, der Debütfilm von Sarah Miro Fischer SCHWESTERHERZ, SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN von Julian Radlmaier, AISHA CAN’T FLY AWAY von Morad Mostafa, sowie aus Chile DER GEHEIMNISVOLLE BLICK DES FLAMINGOS von Diego Céspédes und LITTLE TROUBLE GIRLS von der slowenischen Filmemacherin Urška Djukić.
Als Preview vor dem Bundesstart ist es gelungen DAS FLÜSTERN DER WÄLDER ins Programm aufzunehmen. Regisseur Vincent Munier hat bereits mit seiner ersten, sehr sehenswerten Natur-Doku DER SCHNEELEOPARD viele Kinobesucher in seinen Bann gezogen.
Eine zweite Preview machen wir kurz vor Bundesstart mit dem neuen Checker-Tobi- Film. Nach der Family-Preview von CHECKER TOBI 3 – DIE HEIMLICHE HERRSCHERIN DER ERDE am Sonntag, den 4. Januar um 14 Uhr wird es ein Live-Online-Filmgespräch mit Tobias Krell alias Checker Tobi und Moderator Dominik Porschen geben.
KünstLich präsentiert das etwas andere Neujahrskonzert „Eine persönliche musikalische Zeitreise“ von Becker, Kaiser und Manderscheid, alle drei gestandene und sehr erfahrene Musiker. Vorverkaufskarten gibt es an der Kinokasse. Für Kinder präsentiert Anka Hirsch ihr neues Musiktheater RÜCKWÄRTS.
Mehr Information weiter unten auf dieser Seite, auf www.kino-traumstern.de und bei www.kuenstLich-ev.de

Bis bald im Kino Traumstern Hans, Edgar, Tobias und das Kinoteam


künstLich präsentiert: Musiktheater für Kinder

RÜCKWÄRTS

Ein Musik-Theater für zwei Spieler*innen und eine Stehlampe

Anka und Ole lieben Applaus – am liebsten würden sie jedes Theaterstück damit beginnen. Und sie lieben Geschichten, zum Beispiel die von Otto und Ada: Otto ist ein junggebliebener alter Mann, Ada ein noch recht junger Papagei. Und dann gibt es da noch die klingende Stehlampe Ehda.
Und die Zeit, die vergeht wenn Ada Kiba trinkt und Otto am Fenster steht. Und die man – wenn man sich kurz um die eigene Achse dreht, rückwärts erleben kann.
Wie fühlt sich die Zeit an, wenn sie rückwärts spielt?
Wo führt eine Geschichte hin, wenn sie an ihrem Ende anfängt? Und wird Otto seine Brille finden?
Vorwärts läuft die Zeit – Rückwärts ist ein Spiel – ein Spiel mit Musik von Gitarre, Cello, Vibraphon und viel Gesang, das von Gestern auf Übermorgen, von Morgen nach Vorgestern springt und immer wieder im Heute landet.

Die Jury von KALEIDOSKOP hat das Stück für die Hessischen Kinder- und Jugendtheatertage 2025 für sein Programm ausgewählt mit der Begründung: „Auf der Suche nach einer verlegten Brille führen uns Ada, der Cello spielende Papagei, Otto der jung gebliebene alte Mann und die musikalische Stehlampe Ehda auf Zeitreisen nach gestern, vorgestern und weiter zurück. Nirgends ist die Brille zu finden. Ob sie wohl übermorgen auftaucht? Philosophisch und erfrischend wird in diesem Musiktheater die Zeit anschaulich erforscht, erspielt und ersungen.“

Spiel und Musik: Ole Bechtold, Musik und Spiel: Anka Hirsch
Musik Konzeption: Anka Hirsch

Für ALLE ab 5 Jahre

Eintritt Erwachsene 10, Kinder und Jugendliche 6 Euro
Live im Traumstern am Sonntag, 25. Januar um 14.30 Uhr


künstLich präsentiert das etwas andere Neujahrskonzert

BECKER – KAISER – MANDERSCHEID

Eine persönliche musikalische Zeitreise

Drei „gestandene“ Musiker – seit über 40 Jahre durch zahlreiche musikalische Projekte unterschiedlichster Art erfahren und geprägt – haben sich zusammengetan, um ihre ganz eigenen musikalischen Ideen zu verwirklichen.

Entgegen dem Zeitgeist des „lauter, schneller, höher, schriller…“ präsentiert das Trio
BECKERKAISERMANDERSCHEID allein schon durch die eigenwillige
Instrumenten-Zusammensetzung eine originelle klangliche Alternative.
Dynamik nicht durch Lautstärke, sondern durch komplexe rhythmisch-melodische Strukturen.
Musikalische Spannung durch das Ineinandergreifen von Komponiertem und Improvisiertem.

Manfred Becker – Akkordeon, Komposition
Wollie Kaiser – Bassflöte, Bassklarinette, Saxophon
Dieter Manderscheid – Kontrabass, Komposition

Eintritt 18, ermäßigt 15 Euro

VVK an der Kinokasse, Reservierungen bei www.kuenstlich-ev.de
Live im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge am Samstag, 17. Januar um 19.30 Uhr


DER FREMDE – L’Étranger

Frankreich 2025, S/W, 122 Min., FSK ab 12
Regie: Francois Ozon
Mit Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin, Swann Arlaud, Denis Lavant

Algier, 1938. Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.
Mit seiner meisterlichen Neuinterpretation von Albert Camus’ gleichnamigem Literaturklassiker gelingt François Ozon ein virtuoses Werk von zeitloser Relevanz. In betörenden Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen Ensemble um Benjamin Voisin, Rebecca Marder und Pierre Lottin, markiert der Film einen künstlerischen Höhepunkt in Ozons vielschichtigem Œuvre. DER FREMDE feierte seine umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Do. 1. bis Mi. 7. Januar, täglich um 18.15 Uhr (Mi. in OmU)
Matinée am So. 4. Januar um 11.30 Uhr


HERZ AUS EIS

Frankreich, Deutschland 2025, Farbe, 117 Min., FSK ab 12
Regie: Lucile Hadžihalilović
Mit Marion Cotillard, Clara Pacini, August Diehl, Gaspar Noé

Die 1970er Jahre. Die Ausreißerin Jeanne findet in einem Filmstudio Zuflucht und gerät in den Bann von Cristina, der rätselhaften Hauptdarstellerin des Films „Die Schneekönigin“, der dort gerade gedreht wird. Christina gilt als genial, perfektionistisch und kompliziert, doch überraschend entwickelt sie eine fürsorgliche Zuneigung für Jeanne. Es entsteht eine gegenseitige Faszination zwischen der Schauspielerin und der jungen Frau.
Inspiriert von Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ erzählt die preisgekrönte französische Regisseurin Lucile Hadžihalilović eine hypnotische Coming-of-Age-Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit. Nach INNOCENCE (2004) besetzt Hadžihalilović erneut Frankreichs Superstar Marion Cotillard in einer vielschichtigen Doppelrolle. Die junge Clara Pacini brilliert in ihrer ersten großen Rolle, flankiert von August Diehl als Cristinas rätselhaftem Begleiter. HERZ AUS EIS ist ein poetisches Kinoerlebnis voller betörender Bilder und dunkler Anziehungskraft.
„Atemberaubend! Entwickelt einen unheimlichen Zauber, der noch lange nachwirkt und sich im Gedächtnis sogar noch verstärkt. Wie es eben nur die besten Zauber vermögen.“ (Indiewire)
„Ein hypnotisches Melodram. Auf raffinierte Weise verschmelzen das Reale und das Fiktive zu einem Trance-Zustand.“ (The Guardian)

Do. 1. bis Sa. 3. Januar, täglich um 20.30 Uhr (Do. in OmU)
Di. 6. und Mi. 7. Januar, jeweils um 16 Uhr


RÜCKKEHR NACH ITHAKA

Italien 2024, Farbe, 116 Min., FSK: ab 16
Regie: Umberto Pasolini
mit Ralph Fiennes, Juliette Binoche, Charlie Plummer, Marwan Kenzari, Claudio Santamaria, Ángela Molina

Fremder im eigenen Land, ein Bettler, unerkannt. Ithaka hat sich verändert. Das Land ist verödet, Penelope, seine geliebte Frau, ist eine Gefangene in ihrem eigenen Haus, bedrängt von skrupellosen Freiern, die darauf warten, dass sie einen neuen Ehemann, einen neuen König wählt. Ihr Sohn Telemachos, ohne Vater aufgewachsen, wird von den Freiern mit dem Tod bedroht, er ist ein Hindernis in ihrem Kampf um Penelope und die Königskrone. Auch Odysseus hat sich verändert. Gezeichnet von seinen Kriegserfahrungen ist er nicht mehr der mächtige Krieger und listige Held, an den sich sein Volk erinnert. Er ist müde von so viel Töten, Leid, Umherirren. Der Krieg ist in ihm, er wird ihn nicht mehr los. Aber er ist gezwungen, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Er muss die Kraft wiederfinden, um seine Familie zu retten und die verlorene Liebe zurückzugewinnen.

„Die Geschichte von Odysseus, durch die Linse einer Arthaus-Inszenierung, könnte man sagen. Das Ergebnis ist nicht nur in höchstem Maße sehenswert, sondern auch ein Film, der es schafft, einer eigentlich hinlänglich bekannten Geschichte neue Perspektiven abzugewinnen. Intellektuell stimulierendes Kino auf hohem Niveau.“ (programmkino.de)

Do. 1. bis Sa. 3. und Mo. 5. Januar um 16 Uhr


MEMORY HOTEL

Deutschland 2025, Farbe, Animation 100 Min., FSK: ab 12
Regie: Heinrich Sabl

Deutschland, 1945: die fünfjährige Sophie und ihre Eltern fliehen vor der Roten Armee. Im Gepäck haben sie nur ein paar Kleidungsstücke und Fahrkarten für ein Schiff nach Amerika. Doch das Schicksal hat andere Pläne. Während einer Rast im Hotel gerät die Familie in einen Konflikt mit dem diabolischen Nazi Scharf und seinem Hitlerjungen Beckmann – mit fatalen Folgen. Im brutalen Handgemenge verliert die kleine Sophie nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre Erinnerungen. Als sie wieder zu sich kommt, ist das Hotel in sowjetischer Hand und sie zur Köchin des Hauses befördert. Die Jahrzehnte verstreichen wie im Flug und unter der Obhut des Sowjetsoldaten Wassili wächst Sophie zur Frau heran. Noch ahnt sie nicht, dass die Wahrheit über ihre Vergangenheit den Weg in ihre Zukunft ebnen wird…
Eine formalästhetisch einzigartige, kunstvoll-surreale Parabel auf die deutsche Nachkriegsgeschichte und ein Meisterstück des analogen Filmhandwerks: 25 Jahre hat der deutsche Regisseur Heinrich Sabl an MEMORY HOTEL gearbeitet – nun erblickt er endlich das Licht der Filmwelt. Der mit aufwendiger Stop-Motion-Technik realisierte Spielfilm ist ein absolutes Kinojuwel – klug, aufrüttelnd und visuell schlicht atemberaubend.
„Zur Erschaffung von Kunst sind manchmal ein extrem langer Atem und viel Durchhaltevermögen notwendig. Der Berliner Puppenspieler und Animationskünstler Heinrich Sabl dürfte darin einen neuen Rekord aufgestellt haben: Mit den Dreharbeiten für seinen faszinierenden Arthouse-Animationsfilm MEMORY HOTEL begann er 1999.“ (programmkino.de)

So. 4. bis Mi. 7. Januar, täglich um 20.30 Uhr


LA SCALA – DIE MACHT DES SCHICKSALS

Frankreich 2025, Farbe, 92 Min.
Regie: Anissa Bonnefont

Die feierliche Eröffnung der Mailänder Scala ist seit mehr als sieben Jahrzehnten die wohl wichtigste Opernpremiere des Jahres, im wohl bedeutendsten Opernhaus der Welt. Doch bevor sich der Vorhang im Dezember für die erste Vorführung von Verdis „Die Macht des Schicksals“ öffnet, haben über 900 Künstlerinnen, Choreographen, Handwerker und Bühnentechniker monatelang im Schweiße ihres Angesichts geplant, geprobt und teils bis zur Erschöpfung geschuftet. Hautnah folgt Filmemacherin Anissa Bonnefont dem Opernregisseur Leo Muscato und dem Dirigenten Riccardo Chailly bei jedem Schritt dieser Vorbereitungen. Von der Auswahl der Tänzerinnen über die Bühnengestaltung bis hin zu den Generalproben mit weltberühmten Sängern wie der Sopranistin Anna Netrebko und dem Tenor Brian Jagde verlangt der Prozess kompromisslose Akribie und kreatives Genie, das nur ein Ziel kennt: Ein opulentes Bühnenspektakel, das unvergesslich ist.

LA SCALA – DIE MACHT DES SCHICKSALS ist eine Hommage an die verborgene und allzu häufig übersehene Arbeit, die ein Opernfest der Superlative mit sich bringt. Fernab des Blitzlichtgewitters am roten Teppich zeigt der Film die Menschen, die Entbehrungen und Spannungen, die die „La Prima“ zu dem Hochfest der Kultur machen, das sie ist.

Do. 8. bis So. 11. Januar, täglich um 16.30 Uhr


EIN EINFACHER UNFALL

Iran; Frankreich, Luemburg 2025, Farbe, 103 Min., FSK: ab 16
Regie: Jafar Panahi
Mit Vahid Mobasseri, Mariam Afshari, Ebrahim Azizi

Was als kleiner Unfall beginnt, zieht immer gravierendere Folgen nach sich. EIN EINFACHER UNFALL ist der neueste Film des renommierten Regisseurs Jafar Panahi (TAXI TEHERAN). Verortet im heutigen Iran löst ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit eine Rachewelle aus. Ausgehend von diesem kleinen Zwischenfall schafft Panahi ein kraftvolles und intensives moralisches Drama, das sich mit verdrängten Traumata, staatlicher Gewalt, Gerechtigkeit und Straflosigkeit auseinandersetzt und dafür bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025 mit der Goldene Palmen ausgezeichnet wurde!

„Jafar Panahi, einer der wichtigsten iranischen Filmemacher der Gegenwart, überrascht mit seinem neuen Film EIN EINFACHER UNFALL: Aus einer Rachegeschichte, die an Ariel Dorfmans Bühnenstück „Der Tod und das Mädchen“ bzw. dessen Leinwandadaption von Roman Polański erinnert, macht der in seiner Heimat lange Zeit mit einem Berufsverbot belegte Regisseur, (und inzwischen in Abwesengheit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt), ein Roadmovie mit stark absurdem Einschlag. Auch wenn der in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Film immer wieder gewitzt Regimekritik übt, bleibt ein kleiner Beigeschmack: Sollte man ein aus Gefangenschaft und Folter erwachsendes Trauma wirklich so stark komödiantisch einfärben?“ (programkino.de)

Do. 8. bis Mi. 14. Januar, täglich um 18.30 Uhr (Mi. in OmU)


SCHWESTERHERZ

Deutschland, Spanien 2025, Farbe, 92 Min., FSK: ab 12
Regie: Sarah Miro Fischer
Mit Marie Bloching, Anton Weil, Proschat Madani, Laura Balzer, Jane Chirwa, Aram Tafreshian

Rose hat sich gerade von ihrer Freundin getrennt und zieht übergangsweise zu ihrem älteren Bruder Sam. Eingespielt teilen die Geschwister die Rituale des Alltags und gemeinsame Zeit mit Freund:innen. Doch die enge Vertrautheit der beiden gerät ins Wanken, als eine Frau Sam beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben.
Für Rose, die im Rahmen der Ermittlungen aussagen soll, beginnt ein innerer Kampf: Zwischen dem Wunsch, ihrem Bruder zu glauben, und der wachsenden Unsicherheit, was tatsächlich passiert ist. Während das Leben um sie herum scheinbar ganz normal weiterläuft, ringt Rose mit der bedingungslosen Liebe zu ihrem Bruder und der moralischen Frage nach Verantwortung.

Mit großem Feingefühl erzählt Sarah Miro Fischer in SCHWESTERHERZ von zwei Geschwistern, deren enge Beziehung durch einen ungeheuerlichen Verdacht erschüttert wird. Ein Film ohne einfache Antworten, der berührt und lange nachhallt! Das bewegendes Drama, das Weltpremiere auf der Berlinale feierte, wurde bei den First Steps Awards 2025 als Bester abendfüllender Spielfilm ausgezeichnet.

„Der konsequent aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur erzählte Film seziert nüchtern, aber stets fokussiert eine hoch komplexe Bruder-Schwester-Verbindung – und stellt am Ende die Kernfrage nach der individuellen Verantwortung.“ (programmkino.de)

Do. 8. bis Di. 13. Januar, täglich 20.30 Uhr


TOKYO-GA

BRD/USA 1983 – 1985, Farbe, 92 Min., FSK: 12
Regie: Wim Wenders

In seinem Tagebuchfilm TOKYO-GA aus den 80er Jahren zeigt uns Wenders seine Eindrücke der Stadt Tokio; und nähert sich dem Werk und der Person des großen japanischen Regisseurs Yasujiro Ozu.
PERFECT DAYS war nicht Wim Wenders‘ erste Liebeserklärung an Japan und Tokio. Sein TOKYO-GA von 1985 über den Regisseur Yasujirō Ozu ist mehr als ein Dokumentarfilm. Ein Blick zurück aus Anlass des 80. Geburtstags von Wim Wenders.

Wim Wenders Faszination für das Leben in Japan rührt auch und vor allem von seiner Liebe zu den Filmen des Regisseurs Yasujirō Ozu. Sie war es, die Wenders im Frühjahr 1983 nach Tokio aufbrechen ließ. Dort begab er sich auf die Spuren Ozus. Er versuchte, den Resten des Japans, das Ozu ihm gezeigt hatte, nachzuspüren. In einem Land, das gerade eine rasende Entwicklung durchmachte. Aus dieser Reise entstand die Dokumentation TOKIO-GA, die Wenders selbst als eine Art filmisches Tagebuch bezeichnet – oder, in Anlehnung an den berühmtesten Film Ozus, als seine Reise nach Tokyo.

Matinée am So. 11. Januar um 12 Uhr
und am Mi. 14. Januar um 20.30 Uhr


SEHNSUCHT IN SANGERHAUSEN

Deutschland 2025, Farbe, 90 Min., FSK ab 6
Buch und Regie: Julian Radlmaier
Mit Clara Schwinning, Maral Keshavarz, Henriette Confurius, Paula Schindler,

Ghazal Shojaei, Kyung-Taek Lie, Buksori Lie

Zwei Frauen begegnen sich in Sangerhausen: Ursula, eine Kellnerin mit gebrochenem Herzen und Neda, eine iranische YouTuberin mit gebrochenem Arm. An einem Sommerabend verliebt sich Ursula in eine geheimnisvolle Musikerin aus der Großstadt, während Neda überzeugt ist, in einer ebenso rätselhaften Straßenkehrerin eine alte Freundin aus Teheran wiedererkannt zu haben. Die verschlungenen Wege des Zufalls führen die beiden Frauen zu einer Geisterjagd in den Bergen zusammen…

Im neuen Film von Julian Radlmaier (Blutsauger, Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes) stolpern die Hauptfiguren gemeinsam durch einen Ort der Gegensätze, nehmen es mit den Geistern der Vergangenheit auf und teilen Träume, die älter sind, als sie ahnen. Eine ostdeutsche Kleinstadt wird zum Schauplatz für eine Geschichte über Zusammenhalt und Gemeinschaft, über Deutschland und seine Arbeiter*innen und die Sehnsucht nach einem anderen Leben.

„Eine charmante Komödie, die Poesie, politische Unruhe und romantische Sehnsucht im Herzen des modernen Europas findet.“ (The Film Verdict)
„Dieser Film erzählt von Klassenverhältnissen und der Suche nach einem besseren Leben, wobei er bei aller Abstraktion darauf aus ist, Klischeedarstellungen von Ostdeutschland zu umgehen.“ (Filmdienst)

Do. 15. bis Mo. 19. Januar, täglich um 18 Uhr


SILENT FRIEND –
Drei Leben, drei Epochen, ein Baum

Deutschland, Ungarn, Frankreich 2025, Farbe, 146 Min., FSK: ab 6
Regie: Ildikó Enyedi
Mit Tony Leung Chiu-wai, Luna Wedler, Enzo Brunn, Sylvester Groth, Martin Wuttke, Johannes Hegemann, Rainer Bock, Marlene Burow und Léa Seydoux

Im Herzen des botanischen Gartens der mittelalterlichen Universitätsstadt Marburg steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stiller Zeuge – Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen.

2020 wagt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong (Tony Leung), der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem uralten Baum.
1972 erfährt ein junger Student (Enzo Brumm) eine innere Wandlung – ausgelöst durch die konzentrierte Beobachtung einer einfachen Geranie. 1908 folgt die erste Studentin der Universität (Luna Wedler) ihrer Leidenschaft für die Fotografie – und entdeckt durch das Objektiv ihrer Kamera die verborgenen Muster des Universums.

Nach dem Goldenen-Bären-Gewinner KÖRPER UND SEELE (2017) präsentiert die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi mit SILENT FRIEND ein poetisches, sensibles Werk, in dem die Beziehung zwischen Pflanzen und Menschen zum Sinnbild für die universelle Sehnsucht nach Verbundenheit wird. In den stillen Versuchen ihrer Protagonisten, sich mit der Welt, der Natur und mit sich selbst zu verbinden, entfaltet sich eine berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Wandel – und die Schönheit der Sehnsucht. In Venedig wurde Luna Wedler für ihre Rolle mit dem Preis als beste junge Entdeckung ausgezeichnet.

„In ihrem essayistischen Drama „Silent Friend“ widmet sich Regisseurin Ildikó Enyedi dem Zusammenspiel und wechselseitigen Beziehungen von Menschen und Pflanzen. Über einen Zeitraum von einem Jahrhundert und in drei Episoden zeigt der Film, wie die Natur und Botanik uns Menschen formt und beeinflusst – und welch sensible, empfindsame Lebewesen die uns umgebenden Bäume, Blumen und Gewächse sind. „Silent Friend“ ist tiefgründig, besonnen und durchzogen von einer entrückten, fast andächtig-meditativen Atmosphäre.“ (programmkin.de)
„Und welche Filme sollte man unbedingt sehen – egal, ob sie in Venedig Preise bekamen oder nicht? Wirklich umwerfend und außergewöhnlich ist der Film SILENT FRIEND (SPIEGEL)

Wegen Überlänge Eintritt 12, ermäßigt 11 Euro
Do. 15. bis Mi. 21. Januar, täglich um 20 Uhr
Matinée am So. 18. Januar, um 12 Uhr
Mo. 26. bis Mi. 28. Januar, täglich um 16 Uhr


IN DIE SONNE SCHAUEN

Deutschland 2025, Farbe, 149 Min., FSK: ab 16
Regie: Mascha Schilinski
Mit Lena Urzendowsky, Hanna Heckt, Lea Drinda, Luise Heyer, Greta Krämer

Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. IN DIE SONNE SCHAUEN erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen – Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) – deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit – unausgesprochene Ängste, verdrängte Traumata, verschüttete Geheimnisse. Alma entdeckt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde und glaubt, dem gleichen Schicksal folgen zu müssen. Erika verliert sich in einer gefährlichen Faszination für ihren versehrten Onkel. Angelika balanciert zwischen Todessehnsucht und Lebensgier, gefangen in einem brüchigen Familiensystem. Nelly schließlich, die in scheinbarer Geborgenheit aufwächst, wird von intensiven Träumen und der unbewussten Last der Vergangenheit heimgesucht. Als sich ein tragisches Ereignis auf dem Hof wiederholt, geraten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Wanken.
Einen großen, epochalen Film hat Mascha Schilinski mit IN DIE SONNE SCHAUEN geschaffen, eine Grand Tour in die feinsten Verzweigungen der Gefühlswelten dieser vier Frauen. IN DIE SONNE SCHAUEN zielt dabei auch auf unsere Gegenwart und unser sich akut veränderndes Erleben von Geschichte und dem Epochenwandel. Ein Film, der sich tief in unsere Wahrnehmung bohrt und die Sensation dort inszeniert, wo das Empfinden am Flüchtigsten ist: im schnell verblassenden Gefühl von Zeit.

Wegen Überlänge Eintritt 12, ermäßigt 11 Euro
Di. 20. und Mi. 21. Januar, jeweils um 17 Uhr


DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE

Deutschland 2025, Farbe, 113 Min: FSK: ab 6
Regie: Wolfgang Becker
Mit Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich

Der Film erzählt die Geschichte vom kurz vor der Pleite stehenden Berliner Videothekenbesitzer Micha Hartung, der ungewollt zum gesamtdeutschen Helden wird: Als ihn zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ein Journalist zum Drahtzieher der größten Massenflucht der DDR stilisiert, steht sein Leben plötzlich Kopf. Als Hochstapler wider Willen verstrickt sich Micha in einem Gestrüpp aus Halbwahrheiten und handfesten Lügen. Und als das fragile Kartenhaus der Geschichte um ihn herum einzustürzen droht und sein Leben so richtig im Chaos versinkt, trifft er Paula. Dass eine erfolgreiche, kluge und witzige Frau wie sie sich für einen Mann wie ihn interessieren könnte, hätte Micha nicht für möglich gehalten. Doch die sich anbahnende Liebesgeschichte wird von der Lüge überschattet.

Eine herzenswarme Komödie über Geschichte als Mythos, die Tücken Deutscher Erinnerungskultur und das Leben als Spiel des Erinnerns, Vergessens und Erfindens. Ein vergnügliches Lehrstück über die Hierarchie der Geschichtsschreibung und ein Film über die Kraft des Geschichtenerzählens.

Am 12. Dezember 2024 ist Regisseur Wolfgang Becker kurz nach Ende der Dreharbeiten verstorben. Mit dem Kinostart genau ein Jahr nach seinem Tod wird Regisseur Wolfgang Becker, der mit „Good Bye, Lenin!“ Kinogeschichte geschrieben hat, nochmal gewürdigt. Seinen letzten Films, DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE, haben seine künstlerischen Wegbegleiter, Regisseur Achim von Borries und Produzent Stefan Arndt, in Wolfgang Beckers Sinne zu Ende gebracht.

Do. 22. bis So. 25. Januar, täglich um 16.30 Uhr


DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER

Frankreich, Belgien 2025, Farbe, 103 Min.
Regie: Vinciane Millereau
Mit Elsa Zylberstein, Didier Bourdon, Mathilde Le Borgne, Maxim Foster

Ein Familien-Idyll im Frankreich der 1950er Jahre: Michel, mittelmäßig, ist Bankangestellter und Ernährer, seine bessere Hälfte Hélène, mit Dauerwelle, aber aufsässig, kümmert sich um Haushalt und Kinder. Das patriarchale Paradies scheint perfekt, bis ein Kurzschluss der gerade eingezogenen Waschmaschine die beiden ins Jahr 2025 katapultiert. Plötzlich sind die Rollen neu verteilt. Während sich Hélène aller Ahnungslosigkeit zum Trotz erstaunlich gut als karriere-intensive Powerfrau schlägt, muss sich Michel als Hausmann im Smart-Home abmühen. Statt Unterwerfungsrhetorik braucht Michel nun Empowerment, Hélène genießt die Freiheit der Emanzipation. Doch die schöne neue Welt hat so ihre Tücken: der virtuelle Sprachassistent ist ein sturer Bock, die Möbel muss man sich selbst zusammenschrauben, der Hundekot wird vom Boden aufgehoben und die eigene Tochter möchte ihre Freundin heiraten. Jetzt reicht es dem entmachteten Familienoberhaupt. Es geht zurück in die gute alte Zeit und zwar sofort! Wenn er nur wüsste, wie man die smarte Waschmaschine auf Zeitrückreise programmiert.

In DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER ist die Freiheit immer nur einen Flügelschlag von der guten alten Zeit entfernt. Regisseurin Vinciane Millereau beweist ein großartiges Gespür für die Absurditäten unserer Zeit. Mit rotzfrechem Humor, präzisem Sarkasmus und herrlicher Situationskomik nimmt DIE PROGRESSIVEN NOSTALGIKER die Heilsversprechen unserer Gegenwart aufs Korn und erzählt von der wunderbaren Relativität der Geschichte.

Do. 22. bis Di. 27. Januar, täglich um 18.30 Uhr (Do. in OmU)


AISHA CAN’T FLY AWAY

Ägypten/Sudan/Tunesien/Saudi Arabien/Quatar/Frankreich/Deutschland 2025, 132 Minuten,
OmU, FSK: 16
Regie: Morad Mostafa
Mit Buliana Simon Arop, Ziad Zaza, Mamdouh Saleh, Emad Ghoniem, Maya Mohamed

Aisha, eine sudanesische Krankenschwester, die davon träumt, eines Tages ihre Lebensumstände zu verbessern, muss sich in der komplexen Unterwelt von Ain Shams in Kairo mit Migration, Rassismus und Kriminalität auseinandersetzen. Aisha ist eine 26-jährige sudanesische Pflegerin, die in einem Viertel im Herzen von Kairo lebt, wo sie die Spannungen zwischen ihren afrikanischen Mitbürgern und den örtlichen Gangs miterlebt. Zwischen einer unbestimmten Beziehung zu einem jungen ägyptischen Koch, einem Gangster, der sie zu einem unmoralischen Deal im Tausch gegen Sicherheit erpresst, und einem neuen Haus, in dem sie arbeiten soll, kämpft Aisha mit ihren Ängsten und verlorenen Kämpfen, wodurch sich ihre Träume mit der Realität kreuzen.

Wegen Überlange Eintritt 10, ermäßigt 9 Euro
Do. 22. bis So. 25. Januar, täglich um 20.30 Uhr


DER GEHEIMNISVOLLE BLICK DES FLAMINGOS

La Misteriosa Mirada del Flamenco
Chile / F / D / Es /Bel 2025, Farbe, 104 Min., OmU, FSK: ab 16
Regie: Diego Céspédes
Mit Tamara Cortés, Matías Catalán, Paula Dinamarca, Luis Dubo

1982: Die zwölfjährige Lidia lebt in Flamingos queerer Familie, die eine Bar am Rande einer kleinen Bergbaustadt in der nordchilenischen Wüste betreibt. Als sich eine unbekannte tödliche Krankheit auszubreiten beginnt, entsteht das Gerücht, sie werde schon durch den Blick eines queeren Menschen auf einen anderen Mann übertragen. Als die Familie beschuldigt wird, der Ursprung der Krankheit zu sein, begibt sich Lidia auf die Suche nach der Wahrheit.

„Glaubhaft zeichnet Céspedes die Dynamik innerhalb eines Mikrokosmos nach: wie Angst und Unwissen zu einer raschen Verurteilung führen können – und marginalisierte Personen dabei als Schuldige herhalten müssen. Darüber hinaus entwirft der Filmemacher das einnehmende Bild einer Community, die sich wehrhaft gegenüber der Dämonisierung zeigt und Zusammenhalt demonstriert… Als Coming-of-Age-Story schildert das Werk, wie sich ein junger Mensch mit obskuren Theorien und mit Vorurteilen in seinem Umfeld beschäftigen muss; auch in diesem Punkt ist der Film (leider) gerade jetzt sehr relevant. Sein Anliegen, den Opfern der HIV-Pandemie ein Gesicht und eine Geschichte zu geben, gelingt Céspedes in der zärtlichen Betrachtung von Figuren, die Stärke aus ihrer Solidarität gewinnen und auch in Zeiten der unfassbaren Ungerechtigkeit die Liebe nicht vergessen. (kino-zeit.de)

„Für seinem bemerkenswerten Debütfilm „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“ wurde der chilenische Regisseur Diego Céspedes in Cannes mit dem Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet. Zurecht, denn wie Céspedes auf allegorische Weise vom Beginn der AIDS-Pandemie erzählt, dabei magisch realistische Elemente einbaut ist berührend und sehenswert.“ (programmkino.de)

Mo. 26. bis Mi. 28. Januar, täglich um 20.30 Uhr


Preview

DAS FLÜSTERN DER WÄLDER

Frankreich 2025, Farbe, 93 Min., FSK: o. A.
Regie: Vincent Munier

Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die Michel Munier auf seinen Streifzügen tief in die alten, moosbedeckten Wälder der Vogesen mitbringen muss. Mit Rucksack, Stock und einer warmen Jacke ausgestattet, zieht es ihn immer wieder tief hinein in die Stille des Waldes, zu einem ganz besonderen Ort: einer Tanne, die zu seinem Versteck geworden ist. Unter ihren Ästen scheint der alte Mann mit der Natur zu verschmelzen. Über achthundert Nächte hat er dort verbracht, lauschend, beobachtend – immer auf der Suche nach Füchsen, Rehen, Hirschen, Luchsen und dem geheimnisvollen König der Wälder: dem Auerhahn.
Sein Sohn Vincent teilt die Faszination des Vaters seit seinem zwölften Lebensjahr. Von ihm hat er gelernt, die Spuren der Tiere zu lesen, kennt die Plätze, an denen sie fressen, wo sie jagen, ihre Nester bauen und schlafen. Gemeinsam mit Vincents Sohn Simon begibt sich das Familien-Trio auf eine Reise in die atemberaubende Schönheit der Natur.

Nach der mit einem César ausgezeichneten Natur-Doku DER SCHNEELEOPARD gelingt es dem französischen Wildtierfotograf und Dokumentarfilmer Vincent Munier mit DAS FLÜSTERN DER WÄLDER, nicht nur die visuelle Pracht, sondern auch die poetischen Klänge des Waldes einzufangen. Sein Film ist eine Ode an Flora und Fauna der Vogesen, ein Brückenschlag zwischen Vater, Sohn und Enkel, zwischen Mensch und Natur, zwischen Fotografie und Film, zwischen Tag und Nacht, zwischen Persönlichem und Universellem.

Preview am Mi. 28. Januar um 18.30 Uhr


RENTAL FAMILY

USA, Japan 2025, Farbe, 110 Min., FSK: o. A.
Regie: Hikari
Mit Brendan Fraser, Takehiro Hira, Mari Yamamoto, Akira Emoto, Shannon Gorman

RENTAL FAMILY erzählt die Geschichte eines in Tokio lebenden US-Schauspielers, der auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist, bis es ihm gelingt, einen ungewöhnlichen Job an Land zu ziehen. Für eine japanische „Rental Family“-Agentur schlüpft er in unterschiedliche Rollen und spielt als Familienmitglied den Sohn, Ehemann oder Vater. Während er mehr und mehr in die Lebenswelten seiner Kunden eintaucht und ihnen hilft, ihre familiären Lücken zu füllen, beginnt er, echte Bindungen aufzubauen, die die Grenzen zwischen Schauspiel und Realität verschwimmen lassen. In der Auseinandersetzung mit den moralischen Aspekten seines neuen Jobs entdeckt er den Sinn im Leben, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und die Schönheit zwischenmenschlicher Beziehungen neu.

„Als tragischer Held mit extremem Übergewicht spielte Brendan Fraser sich in THE WHALE vom Image des ewigen Action-Kaspers frei und gewann den Oscar. Der könnte nun abermals blühen für seinen anrührenden Auftritt als arbeitsloser Schauspieler in Tokio, den man als Familienmitglied mieten kann. Mit angenehmer Leichtigkeit geht es so amüsant wie nachdenklich um Identität, Lügen und Einsamkeit. Zum überaus emotionalen Finale werden die dramaturgischen Daumenschrauben nochmals angezogen. Fraser präsentiert sich scheinbar mühelos als glaubhaftes Stehaufmännchen mit enormem Empathie-Potenzial. Eine ziemlich oscarreife Leistung in einem warmherzigen Crowdpleaser mit Tiefgang.“ (programmkino.de)

Do. 29. Januar bis Mi. 4. Februar, täglich um 16.30 Uhr (Mi. in OmU)


EXTRAWURST

Deutschland 2026, Farbe, 90 Min., FSK: ab 16
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Mit Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer,

Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel

Eigentlich ist es reine Formsache: Heribert, langjähriger Vorsitzender des Tennisclubs Lengenheide, und sein ehrgeiziger Stellvertreter Matthias lassen über die Anschaffung eines Grills für die nächste Vereinsfeier abstimmen. Der hippe Werbetexter Torsten, von Berlin in die Provinz ausgewandert, haut noch einen flotten Spruch raus, damit die dröge Versammlung ein schnelles Ende findet. Da schlägt seine Frau Melanie vor, für ihren Doppelpartner Erol und das einzige muslimische Mitglied des Vereins einen zweiten Grill zu kaufen. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Die gut gemeinte Idee führt Satz für Satz zu einem turbulenten Schlagabtausch, bei dem Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken, Gutmenschen und Hardliner frontal aufeinanderprallen. Schnell wird allen klar: Es geht hier um viel mehr als einen Grill…

Das Theaterstück „Extrawurst“ hat in den letzten Jahren bundesweit große Erfolge gefeiert und avancierte in der Spielzeit 2021/2022 zum meistgespielten Stück Deutschlands. Der von Publikum und Presse gefeierte Theaterhit der Comedy-Autoren Dietmar Jacobs (Stromberg, Pastewka) und Moritz Netenjakob (Stromberg, Ladykracher) wird nun mit einem großartigen Schauspielensemble fürs Kino verfilmt.

Do. 29. Januar bis Mi. 4. Februar, täglich um 18.30 Uhr


LITTLE TROUBLE GIRLS

Slowenien/Italien/Kroatien/Serbien 2025, 89 Min., FSK: ab 12
Regie: Urška Djukić
Mit Jara Sofija Ostan, Mina Švajger, Saša Tabaković, Nataša Burger, Saša Pavček, Staša Popovič

Die 16-jährige Lucija tritt dem Mädchenchor ihrer katholischen Schule bei. Dort lernt sie die zwei Jahre ältere Ana Maria kennen und schließt Freundschaft mit dem selbstbewussten, beliebten Mädchen. Als der ganze Chor im Sommer auf ein intensives Probenwochenende nach Italien fährt, kommt es zu Spannungen zwischen den beiden: Die introvertierte, behütet aufgewachsene Lucija verguckt sich in einen attraktiven Bauarbeiter, mit Hilfe von Ana Maria beginnt sie zugleich ihre Sexualität zu entdecken. Es sind Tage, die nicht nur die noch frische Freundschaft der beiden, sondern auch Lucijas Glauben und Werte infrage stellen…

Die slowenische Filmemacherin Urška Djukić gewann mit ihren preisgekrönten Kurzfilmen u. a. den Europäischen Filmpreis 2022. In ihrem von hervorragenden DarstellerInnen getragenen Spielfilmdebüt LITTLE TROUBLE GIRLS variiert sie ganz ohne Klischees eine Geschichte über weibliches sexuelles Erwachen. Offizielle Einreichung Sloweniens für den Oscar 2026.

„Dieses fesselnde slowenische Debüt revolutioniert die klischeehaften Vorstellungen vom sexuellen Erwachen eines katholischen Mädchens.“ (The Guardian )

Do. 29. Januar bis Mi. 4. Februar, täglich um 20.30 Uhr (Do. in OmU)


Film & Filmgespräch
in Kooperation mit Angehörigen und Freunden

von psychisch erkrankten Personen

NO HIT WONDER

Deutschland 2025, Farbe, 118 in., FSK: ab 12
Regie: Florian Dietrich
Mit Florian David Fitz, Nora Tschirner, Hyun Wanner

Abendwind, alle haben seinen Song gesungen. Mittlerweile ist er ganz unten – nicht einmal das Dschungelcamp will ihn jetzt noch haben. Das Einzige, was ihm bleibt, ist dieser verfluchte Song, dem er alles verdankt und der ihm gleichzeitig alles genommen hat. Dr. Lissi Waldstett forscht über Glück. Besser gesagt, sie forscht nur, wenn sie nicht gerade Bettpfannen auf der Geschlossenen ausleeren muss. Denn mit ihrem Forschungsthema wird man nicht reich – Glück ist keine Kassenleistung. Sie braucht einen Clou, etwas, das Aufmerksamkeit bringt. Als Daniel auf ihrer Station aufwacht, sieht Lissi ihre Chance und macht ihm unter der Hand ein fragwürdiges Angebot: Sie hilft ihm, wenn er ihr hilft. Alles, was er tun muss, ist, mit ihr eine Gruppe einsamer Menschen glücklich zu machen. Ausgerechnet durch Singen. Und so stolpern Daniel und Lissi unverhofft in ein Abenteuer. Jeder denkt, er habe den anderen in der Hand. Sie verhaken sich ineinander, erpressen sich gegenseitig, verlieren sich in der Gruppe liebenswürdiger Außenseiter und … ja … irgendwie singen sie alle um ihr Leben.

Mit anschließendem Filmgespräch in Kooperation mit Angehörigen und Freunden von psychisch erkrankten Personen. www.angehoerige-mittelhessen.de

Matinée am So. 1. Februar um 11.30 Uhr



BIBI BLOCKSBERG –
DAS GROSSE HEXENTREFFEN

Deutschland 2025, Farbe, 89 Min., FSK: o. A.
Regie: Gregor Schnitzler
Mit NALA, Sophie Rois, Carla Demmin, Shanti Celik, Heike Makatsch, Philomena Amari, Palina Rojinski, Rosalie Thomass, Gwen-Ewa Makatsch

Die Neustädter Junghexe Bibi (NALA) ist ganz aus dem Häuschen: Der große Hexenkongress steigt – und das auf dem Blocksberg! Klar wie Kartoffelbrei, dass sie zusammen mit Schubia (Carla Demmin) und Flauipaui (Philomena Amari) als Helferin mit dabei sein will. Doch kaum sind die ersten Hexen gelandet, geht alles drunter und drüber: Hexsprüche enden im Durcheinander, die Althexen spielen plötzlich verrückt und der ganze Hexenkongress gerät aus dem Ruder! Jetzt brauchen die Junghexen Mut, Fantasie und eine ordentliche Portion Freundschaft, um das Chaos zu stoppen und die Zukunft der Hexenwelt zu retten…

Freigegebeno ohne Altersbeschränkung, empfohlen ab 6 Jahren.
Do. 1. bis Sa. 3. Januar, täglich um 14.15 Uhr
Mo. 5. bis Mi. 7. Januar, täglich um 14.15 Uhr


Preview

CHECKER TOBI 3 –
Die heimliche Herrscherin der Erde

Deutschland 2025, Farbe, 93 Min., FSK: o. A.
Regie: Antonia Simm
Mit Tobi Krell, Marina Blanke, Theodor Latta

Beim Aufräumen des Kellers entdecken Tobi und Marina eine alte Videoaufnahme: Der achtjährige Tobi moderiert darin eine selbst erfundene Show über die Erde in unseren Böden – und stellt seine allererste „Checker-Frage“: Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?

Doch die Antwort darauf hat Tobi wieder vergessen. Er begibt sich auf Spurensuche, und damit auf sein bislang größtes Abenteuer. Dieses führt ihn in die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars, in die Permafrostregion Spitzbergens und zu den Spuren der alten Maya in Mexiko. Erst als er erkennt, was alle Böden verbindet und was das mit uns zu tun hat, kann er seinem größten Herausforderer, sich selbst, antworten.
Nach den ersten beiden Checker Tobi-Kinofilmen, die ein Millionenpublikum erreichten, begeistert der beliebte KiKA-Moderator auch diesmal mit Abenteuer, Witz und Wissen – und zeigt, dass Bildung richtig Spaß machen kann!

„Stets auf Augenhöhe mit seinem Zielpublikum verbindet Tobias Krell locker-charmant Unterhaltung mit Wissensvermittlung.“ (RND)

Familienpreview am So. 4. Januar um 14 Uhr
mit anschließendem live Q & A per YouTube – Livestream mit Tobias Krell alias Checker Tobi, moderiert von Dominik Porschen

und von Do. 8. bis So. 11. Januar, täglich um 14.30 Uhr
und Mo. 12. bis Mi. 14. Januar, täglich um 16.30 Uhr


MOMO

Deutschland 2025, Farbe, 92 Min., FSK: ab 6
Regie: Christian Ditter
Mit Alexa Goodall, Laura Haddock, Jennifer Amaka Pettersson, Araloyin Oshunremi, Claes Bang

Im Mittelpunkt von MOMO steht ein junges Waisenmädchen, das in den Ruinen eines alten römischen Amphitheaters lebt und sich mit jedem in der Nachbarschaft anfreundet. Doch als ein mächtiger internationaler Konzern beginnt, die Zeit aller zu stehlen, hat niemand mehr Zeit für sie, geschweige denn für ihre Freunde oder Familien – und Momo ist zusammen mit Meister Hora, dem Hüter der Zeit, die Einzige, die es mit den Zeitdieben aufnehmen kann, bevor alles für immer verloren ist.

„Knapp 40 Jahre nach dem Film von 1986 gibt es die Neuverfilmung von Michael Endes Kinderbuchklassiker – diesmal mit einem englischsprachigen Ensemble, um das Ganze auch international besser vermarkten zu können. Und auch deutlich gelackter. Christian Ditter ist ein durchaus schön anzusehender Film gelungen, der düstere Charme des Originals fehlt hier aber gänzlich.“ (programmkino.de)

Freigegeben ab 6, empfohlen ab 9 Jahren.
Sa. 17. und So. 18. Januar, jeweils um 15 Uhr


ALLES VOLLER MONSTER

Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Großbritannien 2025, Farbe, Animation, 92 Min., FSK: ab 6
Regie: Steve Hudson

In einem Schloss hoch über einer kleinen Stadt erweckt ein verrückter Professor monströse Kreaturen zum (Fast)-LEBEN™… und vergisst sie dann prompt wieder. Wer kümmert sich also um das Schloss? Wer kümmert sich um die Monster – die in ständiger Angst vor den Menschen leben? Wer bringt ihnen bei, NICHT monströs zu sein, damit die Dorfbewohner nicht auf sie aufmerksam werden und eine wütende Meute bilden, um das Schloss niederzubrennen? Stitchkopf – die allererste Kreation des Professors. Stichkopf macht die ganze Arbeit – aber der Professor bemerkt ihn nicht einmal. Bis eines Tages der „Fahrende Jahrmarkt unnatürlicher Wunder“ des zwielichtigen Zirkusdirektors Fulbert Freakfinder in die Stadt zieht. Der braucht dringend eine neue Attraktion, um die Massen anzulocken. Bald steht er vor dem Schlosstor und verspricht Stichkopf Ruhm, Reichtum – und LIEBE.

Freigegeben ab 6, empfohlen ab 9 Jahren.
Fr. 23. und Sa. 24. Januar, jeweils um 14.30 Uhr


ZOOMANIA 2

USA 2025, Farbe, Animationsfilm, 104 Min., FSK: ab 6
Regie: Byron Howard, Jared Bush

Häsin Judy und Fuchs Nick sind nach ihrem großen Fall endlich Partner beim Zoomania Police Departement. Leider sorgen sie mit ihrer ungestümen Art dabei für Chaos in der Stadt und machen sich bei ihren Kollegen nicht gerade beliebt. Doch Judy lässt sich davon nicht unterkriegen – schließlich ist sie auf einen Hinweis zu einem großen neuen Fall gestoßen. Nick ist nicht ganz so überzeugt, doch begleitet Judy bei ihrer Suche nach einer Schlange, die sich in Zoomania eingeschlichen haben soll. Dabei wurde seit hundert Jahren keine Schlange mehr in der Stadt gesehen. Dabei wurde seit hundert Jahren keine Schlange mehr in der Stadt gesehen. Doch tatsächlich: Bei einer Gala zur Feier der Stadt taucht eine auf und will das Tagebuch der reichen und bekannten Luchs-Familie Lynxley stehlen. Judy und Nick stellen die Schlange – und werden kurz darauf von den Lynxleys beschuldigt, deren Komplizen zu sein. Verfolgt von der Polizei setzen sich Judy und Nick auf die Fersen der Schlange und auf die Spur eines großen Geheimnisses, wobei ihre Partnerschaft auf eine harte Probe gestellt wird.

Nachdem Judy und Nick im ersten Teil ihre Unterschiede und Vorurteile gegeneinander überwinden mussten, geht es jetzt darum, wie sie ein echtes Team und gute Partner werden.

Freigegeben ab 6, empfohlen ab 9 Jahren.
Sa. 31 Januar und So. 1. Februar, jeweils um 14.30 Uhr